Pflegedienst Eschemann

Pflegedienst Eschemann

Diana Eschemann ist zwar erst 38 Jahre jung, doch bereits eine außerordentlich erfahrene Pflegekraft. Seit mehr als 20 Jahren ist sie in der Branche – seit letztem Jahr nutzt sie ihre Erfahrung als Pflegedienst-Leiterin für den eigenen Betrieb. Die „Diana Eschemann Assistenz und Pflege GmbH“ ist seit September 2007 erfolgreich am Markt. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Rundum-Betreuung von Rollstuhlfahrern und bereits Arbeitgeber für 26 Mitarbeiter.

Frau Eschemann, Sie sind seit über 20 Jahren in der Pflege tätig, Sie kennen die Branche aus dem „ff“. Warum haben Sie sich nach so langer Zeit als Angestellte entschlossen, es noch einmal selbst als Unternehmerin zu versuchen?
Die Idee dazu hatte ich schon lange. Konkreter Auslöser war eigentlich, dass ich nach der Geburt meiner Tochter Helena nicht so wie erwartet wieder in meinen alten Job hinein gekommen bin. Ich habe mir dann erst einmal eine berufliche Auszeit genommen, in der ich jedoch direkt von zahlreichen ehemaligen Kunden angesprochen und motiviert wurde, es doch selbst zu probieren. Und das habe ich dann zum Glück auch gemacht!

Bei Ihnen ist der Kunde also nicht nur König, sondern quasi auch direkte „Keimzelle“ Ihrer Geschäftsidee?
Das kann man in der Tat so sagen. Das hängt allerdings auch mit dem intensiven Verhältnis von Pflegekraft und unseren Kunden, den körperlich beeinträchtigten Personen, zusammen. Unser Service ist sehr, sehr aufwändig, oft ein pflegeintensiver 24-Stunden-Dienst. Dabei entsteht natürlich ein ganz besonderes Vertrauensverhältnis, oder, wenn Sie so wollen, eine spezielle Kundenbeziehung.

Was unterscheidet Ihre Geschäftsidee denn von vergleichbaren Angeboten anderer Pflegedienste?
Mein Ansatz geht deutlich über die normale Pflege von Rollstuhlfahrern hinaus, denn ich bemühe mich, unsere Kunden wo möglich ins eigene Geschäft zu integrieren und ihnen eine Perspektive durch eine sinnvolle Tätigkeit zu bieten. Mit Erfolg: Zwei unserer Kunden sind mittlerweile meine Mitarbeiter, weitere sollen folgen.

Stichwort Mitarbeiter: Was ist das für ein Gefühl, plötzlich nicht nur sein eigener Chef zu sein, sondern gleich mehr als 20 Mitarbeiter zu führen? Was ist noch anders als selbstständige Unternehmerin?
Es ist Herausforderung und Verantwortung zugleich. Die Personalverantwortung ist mit Sicherheit am Anfang gewöhnungsbedürftig, auch die Gesamtverantwortung steigt deutlich, man muss viel langfristiger denken. Alles in allem ist die Selbstständigkeit wirklich ein Full-time-Job, bei dem die schönen Seiten allerdings deutlich überwiegen. Wichtig ist jedoch, möglichst von Anfang gut vorbereitet zu sein auf alle großen und kleinen Herausforderungen.

Wie sah das bei Ihnen konkret aus, wie haben Sie sich auf Ihre Selbstständigkeit vorbereitet?
Ich habe zum einen ein Intensivcoaching für Gründer durchlaufen, die „Unternehmensschmiede“ von hannoverimpuls und der TCH GmbH. In vier Wochen wurden hier in kleinen, konzentrierten Gruppen die Basics einer Selbstständigkeit vermittelt, von der Marktanalyse bis zur Finanzierung, das war ungemein hilfreich. Darüber hinaus habe ich mich im letzten Jahr beim Ideenwettbewerb „StartUp-Impuls“ beteiligt – und konnte den Sonderpreis für „Gesundheit & Wellness“ gewinnen, eine willkommene finanzielle Unterstützung. Vor und während der Gründungsphase wurde ich durch einen persönlichen Gründungscoach unterstützt, der immer ansprechbar war.

Gab es auch Probleme, z.B. bei der oft schwierigen Finanzierung? Was sollten Gründer nach Ihrer Erfahrung gerade hier besonders beachten?
Vor allem die Finanzplanung ist zwar außerordentlich aufwändig, aber dringend notwendig und wichtig. Die beim Coaching erarbeiteten Grundlagen sind ungemein aufschlussreich, gerade auch für jemanden, der nahezu keine Kenntnisse mitgebracht hat, so wie ich. Die auf mich zugeschnittene Rentabilitätsplanung zum Beispiel nutze ich heute noch. In Finanzierungsfragen möchte ich allen Gründern raten, sich vor allem rechtzeitig um alles zu kümmern. Ich hatte zum Beispiel Probleme mit Behörden, da sich ein Antragsverfahren enorm verzögerte. Dies hat letztlich dazu geführt, dass ich mein Unternehmen komplett über private Darlehen selbst finanziert habe.

Welche Eigenschaften sollte ein Gründer unbedingt mitbringen?
Vor allem ein gesundes Selbstvertrauen. Dies sowohl im wortwörtlichen Sinne von „an sich selbst glauben“, man sollte stets mit einer positiven Grundeinstellung zu Werke gehen. Aber auch gegenüber Kunden, Partnern und zum Beispiel den eben genannten Behörden. Und besonders wichtig: Geduld, denn oft geht Vieles nicht so schnell, wie man es gerne möchte.

Würden Sie es heute wieder wagen, sich selbstständig zu machen?
Absolut, ich bin rundum zufrieden. Aufgrund der strukturierten Vorbereitung, insbesondere des hervorragenden Gründungscoachings, welches ich vorbehaltlos weiterempfehlen kann, verlief mein Start ins Unternehmer-Dasein nahezu reibungslos.

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